Trialog e.V.

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Gründungsgeschichte

Der Trialog ist aus einem Austauschprojekt hervorgegangen, welches Studenten des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin im Jahr 2001 initiiert haben. Dahinter stand die Idee, junge Erwachsene aus Deutschland und Russland durch selbst organisierte Seminare zusammenzubringen, den Austausch von Ideen zu fördern, und ihnen einen tieferen Einblick in die Situation der Länder, den universitären Alltag und die wissenschaftlichen Debatten zu geben. Unterstützt durch die Partnerschaft zwischen der Freien Universität und dem Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) konnte dies in Begegnungen von Studenten in Berlin und Moskau realisiert werden.

Als Ergebnis des persönlichen sowie wissenschaftlichen Austausches wurde beiden Seiten schnell klar, dass wir Studenten der internationalen Beziehungen viel miteinander und voneinander lernen können. Die jeweilige Innen- sowie Außenansicht unserer Länder zeigten so viele Differenzen und Unterschiede in der Interpretation, dass sich daraus unweigerlich Ideen und Anregungen für eine weitere Seminarwoche entwickelten. So standen in dem darauf folgenden Austauschprojekt die interkulturelle Kommunikation sowie die Diskussion um Definitionen und Begrifflichkeiten im Vordergrund: Was ist Demokratie? Gehört Russland zu Europa? Wie wird die Außenpolitik unserer Länder international wahrgenommen? – Diese und weitere grundlegende Fragen diskutierten wir eingehend auf einer Seminarwoche im Jahr 2002.  

Die Diskussionsrunden waren jedoch geprägt von dem Aufeinandertreffen zweier sozialwissenschaftlicher Schulen, deren Ansätze an wissenschaftliches Arbeiten und Analyse stark auseinanderklafften. Dies war nicht zuletzt bedingt durch die internen Strukturen des MGIMO und seiner Nähe zur russischen Regierung. Der Dialog schien zu stagnieren.

In dem Anliegen, diesen Austausch auch weiterhin konstruktiv zu gestalten, etablierte sich die Idee, russische Studenten der im Vergleich zur MGIMO als liberal geltenden Fakultät für Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität St. Petersburg (SPGU) in das nächste Austauschprogramm einzubeziehen. Hierdurch erhielt unser Austauschprojekt seinen dreiseitigen Charakter und damit den Namen „Trialog“. Die Kooperation zwischen den Studenten aus Berlin, Moskau und St. Petersburg wurde in Konferenzreihen in den drei Metropolen gestaltet. Die Bandbreite der Veranstaltungen umfasst seitdem Vorträge von PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen, Diskussionen mit ExpertInnen sowie politische und wirtschaftliche Verhandlungssimulationen. Besonders im Verlauf der von uns selbstständig ausgearbeiteten Planspiele zu bestimmten internationalen Konfliktsituationen zeigte sich deutlich, dass sich das aus der Not geborene trialogonale Konzept unserer Projekte nachhaltig bewährt: Unvereinbare Standpunkte in Diskussionen bzw. konfrontative Situationen entspannten sich durch die Mittlerfunktion der dritten Gruppe, die neue Ideen und Ansätze einbrachten.

Auf diesen positiven Erfahrungen aufbauend, beschlossen wir für das nächste Projekt im Jahr 2004, den triagonalen Ansatz in einer trinationalen Konstellation zu versuchen. In Anbetracht der politischen Veränderungen in der Ukraine im Spannungsfeld zwischen Russland und Europa lag es auf der Hand, ukrainische Studenten der Kiewer Taras Shevchenko Universität einzuladen. Den inhaltlichen Rahmen dieses trinationalen Projektes  bildete das Thema „Medien zwischen Staat und Gesellschaft“. Die Problematik der gegenseitigen Wahrnehmung unserer Gesellschaften durch die jeweiligen nationalen Massenmedien wurde bereits in vorangegangenen Seminaren mehrfach angeschnitten.

Hier fand der Trialog nun seine Rolle und Funktion als Mittler und Moderator im Rahmen eines Netzwerkes, welches in Zukunft junge Menschen aus Mittelost-, und Osteuropa miteinander und untereinander vernetzen soll. Resultierend aus unseren Erfahrungen und des aufgedeckten Dilemmas der gegenseitigen Wahrnehmung setzten wir uns das Ziel, Möglichkeiten und Rahmenbedingungen der trinationalen und triagonalen Begegnungen weiter auszubauen um in Zukunft regelmäßige Austauschprojekte in den verschiedensten interkulturellen Konstellationen durchzuführen.

Um eine angemessene organisatorische Plattform für dieses Vorhaben zu schaffen, gründeten wir den eingetragenen gemeinnützigen Verein TRIALOG – Netzwerk junger Ideen. Hinter der Gründung des Vereins lag nicht nur der Gedanke das eigene Projekt fortzuführen, sondern ebenso die Absicht, anderen Studenten einen institutionellen Rahmen für die Umsetzung eigener Projektideen zu bieten.

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