Trialog e.V.

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„Mythos Stalingrad – Modernes Wolgograd: Erinnerung im Objektiv“

Foto-und Textwerkstatt in Berlin und Wolgograd

Der Mythos, der sich um die Zerstörung Stalingrads und die Stalingrader Schlacht rankt, steht sinnbildhaft für die verheerenden Auswirkungen von Nationalismus und Krieg. Im heutigen Wolgograd, das im Russischen den Zusatz „Heldenstadt“ trägt, wird umfangreich an dessen bedeutende Rolle im „Großen Vaterländischen Krieg“ erinnert: in Museen und Ausstellungen, in Form von unzähligen Denkmälern und dem gigantischen Mahnmalkomplex auf dem Mamai-Hügel.

Das Gedenken an den zweiten Weltkrieg ist in Deutschland und Russland durch Täter- und Opferperspektiven, durch die Erzählung als Untergangs- bzw. Siegesgeschichte sehr unterschiedlich. Wie können wir, Deutsche und Russen, heute mit dieser Erinnerung umgehen?

Wir haben uns in unserem Seminar darum bemüht, die Reflektion deutsch-russischer Geschichte zu ermöglichen und die individuelle und kollektive Erinnerung an historische Ereignisse zur Diskussion zu stellen. Dabei sollten sich die Teilnehmer/innen dem Thema in binationalen Gruppen durch Interviews sowie durch die Medien Fotografie und Text nähern.

Insgesamt 16 Teilnehmer (acht aus Russland, acht aus Deutschland) haben in vier binationalen Kleingruppen anhand von Zeitzeugengesprächen, Gruppendiskussionen und Auseinandersetzungen mit den Erinnerungsorten an unterschiedlichen Schwerpunktthemen gearbeitet.

Durch die Vielfalt biografischer Erzählungen, Erinnerungen und der Arten des Erinnerns entstand dabei ein Nebeneinander von Perspektiven. Hierbei ging es vor allem darum, sich der eigenen Sichtweise und Wertungen bewusst zu werden – und die Verständigung mit anderen zu suchen, auch wenn sie diese Sicht und Wertung eventuell nicht teilen.

Es sollte Sensibilität geschaffen werden in Bezug auf die nötige Unterscheidung von Fakten und Erlebtem, Selbst- und Fremdwahrnehmung und die „kulturelle Brille“ aller Beteiligten. So sollte eine prinzipielle Anerkennung des jeweils Erlebten und Erzählten, aber auch die Wahrung persönlicher Grenzen unterstützt werden.

Weiter diente das Projekt dazu, Mittel und Methoden der historischen Forschung praktisch zu erproben und zu reflektieren. Die Vermittlung von Kompetenzen sowie der Möglichkeiten, aber auch Grenzen von Interviewführung, Fotografie und Texten war Gegenstand unserer Seminararbeit.

Ansprechpartner

Anna Brixa
anna.brixa[at|trialog-online.org

Projektinfos

Wo: Berlin und Wolgograd +++ Wann: 2008 und 2009 +++ Wer: Junge Erwachsene aus Deutschland und Russland +++ Sprachen: Deutsch und Russisch

Ergebnisse

Die Ergebnisse unserer Seminarwochen könnt Ihr hier ansehen. Und den Trailer zum Film "Keinen Schritt zurück? Warum Stalin immer noch in Wolgograd steckt" gibt es hier.

Förderer

Friedrich-Ebert-Stiftung
Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch